

In ärmlichste Verhältnisse hineingeboren, ging er, nach dem frühen Tod des Vaters (1819) völlig sich selbst überlassen, zielstrebig und tapfer seinen Weg, der ihn in märchenhafter Weise bis zu den höchsten Gipfeln des Ruhms führen sollte.
Wichtiger als die äußeren Stationen seines Lebens sind die inneren seelischen Entwicklungswege, die der Romantiker Andersen schauend durchlebte und kraft seiner Phantasie in die gefühlstiefe Wort- und Bildersprache der Märchenwelt kleidete.
So entstanden insgesamt 168 Märchen, die zu den großen, ewigen Kunstwerken der Weltliteratur gehören, und die, von der Stunde ihrer Geburt an, nichts weiter wollen, als den Gesang der wahren, göttlichen Werte zu verkünden. So halten sie dem, dem sie sich mitteilen dürfen, den Spiegel vor und erinnern ihn behutsam an seinen eigenen seelischen Auftrag: sich als Kind seines Schöpfers zu begreifen, sich im eigenen Erkennen zu vervollkommnen, und es somit seinem Vater gleichzutun- wie jedes Kind eines Tages fähig werden muss, ein Vater u n d eine Mutter zu sein, also zu einer Einheit zu verschmelzen.